10.12.05 (Tag 58)

Ich habe ausgecheckt und packe den Kram ins Auto. Wenn die Party vielleicht bis 6.00 Uhr geht, kann ich mich wenn hart kommt bis 10.00 Uhr ins Auto setzen und dann irgendwo einchecken. Das spart eine Nacht. Wird schon gehen.
Das Melbourne Central Shopping Center (bitte drei mal schnell hinter einander sagen, :-) ) besichtigt. Das ist um ein altes Gebaeude herum gebaut.

Das meiste dort sind aber Klamottenlaeden und daher eher uninteressant. Langsam zum Quenn Victoria Market gegangen und kurz vor eins beim Inder was rotes mit Huhn bestellt. Mit Reis und Salat. Das Beste was ich seit langem gegessen habe. Langsam zum Ort des Geschehens gelaufen, weil keine Bahn kam. Hat auch so nur 10 min gedauert. So lange hatte ich wohl vorher auch schon auf die Bahn gewartet.
Um kurz nach halb zwei angekommen. Brown Alley. Doors open 2 pm. Dunkler Hinterhof. Um die Ecke scheinen auch schon zwei zu warten. Roadies schieben Kisten von der Rueckseite, die sich an der Hauptstrasse befindet, Kisten rum. Als ich dort hingehe, ist die Tuer offen und Leif steht um die Ecke. Sehr nett. Er demonstriert einem Penner, der auf dem gleichen Weg reingefunden hat, sein Choas-Pad. Danach quatscht dieser uns voll und verabschiedet sich 10 min lang mehrmals mit Merry Christmas!.
Drinen wird noch aufgebaut. Shane sagt grade mal hallo. Daniel Myer ist auch eher unintegriert und abweisend. Aber Leif ist ein Supertyp. 3 Stockwerke, 2 Areas. Oben eine Art Atelier oder Dachgarten mit grossen Dachfenstern. Dort spielen die lokalen Acts bei strahlenden Sonneschein. Da geht es sogar recht puenktlich los. Der erste Act sitzt zwischen Rechner und Klaviatur und zittert sichtlich vor Aufregung. Hier sitzen vielleicht 20-30 Leute, die Haelfte Staff und Acts. Ich hab noch gar nicht bezahlt. Unten gehts erst mit ueber einer Stunde Verspaetung los. Leif aergert sich ein bisschen darueber, dass es keinen richtigen Soundcheck gibt. Daniel Myer ist sehr laessig mit den Sachen anderer.
Maessig besucht die Veranstaltung. Auf dem zweiten Stock kann man vom Balkon nach unten auf die Tanzflaeche gucken. Oder CDs fuer 25 $ kaufen. Sehr schoene Location eigentlich. 3 Videoleinwaende ueber der Mainstage, gute PA. Durch die bunten Mosaikfenster scheint die Sonne rein. Getanzt wird nicht, eher am Rand gesessen und mit dem Fuss gewippt.
Dave spielt oben ganz nett und schenkt mir hinterher eine CD mit der Aufnahme des Gigs (glaub ich). Der Tag geht so dahin. Das Publikum ist aehnlich dem deutschen. Ein paar Normalos, zu dicke und zu duenne Frauen und die Plastikhaarfraktion ist auch vertreten.
Oben gibts nun teilweise recht harten Breakcore und einen Typ mit Schweinemaske.

Einer benimmt sich wie Needle Sharing. Viel Geste, wenig Aktion. Ein “Maedchen” setzt sich auf eine Kissen am Boden und baut ihr Equipment um sich rum am Boden auf. Auftritt wie zuhause wohl. Spaeter spielt ein Plastikhaarmann hinter einem Keyboard Popmuisk, waehrend vorne eine Schlampe in weissen Lackstiefel und Lackmikrorock singt.
Ich gehe dann noch mal zum Einlass. Obwohl Leif gesagt hat, mit Gaesteliste war nix und Shane auch ansonsten nix zugelassen haette, gibt Sheany, die mich gleich vom MFest wiedererkennt, das Baendchen so. Aber keinen Stempel und keine CD. Peter am Eingang sieht aus wie der junge Roger Rotor. Ansonsten ist es hier auch nicht leichter mit jemandem ins Gespraech zu kommen als anderswo. Um 19.00 Uhr gibts um die Ecke einen ganz ordentlichen Hamburger fuer 5 $. Dave, Leif und ein paar andere sitzen draussen. Da sitze ich dann auch. Hier altert man sichtlich schneller als in Deutschland. Leif und ich sind sicher die mit Abstand aeltesten hier. Alle anderen sind maximal 25, sehen aber aus 30+.
Die Acts bisher sind alle nicht so packend. Von 21-22.00 Uhr verschlafe ich Enduser in einem riesigen Sitzsack auf dem Balkon. Ploetzlich stimmt der Zeitplan wieder, puenktlich zu Mono No Aware wache ich wieder auf. Leif ist der einzige der auf der Buehne richtig abgeht und ganz ordentlich schwitzt. Das erste mal ist die Tanzflaeche voll. Den Leuten gefaellts.
Architect ist dann eher ein Haujobb-Auftritt. Warum auch immer, weiss wohl nur Daniel Myer selbst, der erst kurz vor seinem Auftritt wieder hier erschienen ist. 4 Stuecke Architect, der Rest Haujobb. Die Leute moegen es aber.
Vier Rostocker / Hamburger erscheinen noch. Sind auch auf Urlaub fuer ein paar Monate hier. Als ich noch eine Festival-CD kaufen will, bekomme ich unerwarteterweise eine von Shane geschenkt. Ist wohl jetzt auch egal,
Shane traegt mittlerweile Hawaii-Hemd, kurze Hose, Socken und Sandalen.
Converter ist dann wieder erhofft praegnant und gut.
Scorn als Hauptact scheint mir aber mit 4 verschiedenen Sounds 90 Minuten lang auszukommen. Ich schlafe fast wieder ein, was nun aber laut Security nicht mehr erlaubt ist. Es ist nur noch unten auf. Scorn geht bis 3.30 Uhr.
Richtig voll ist es nicht mehr geworden. Vielleicht waren 300 Leute da.
Die angekuendigten DJ-Sets kommen irgendwie nicht mehr. Ab 3.00 Uhr sollte Klima auflegen, danach irgendwer. Dafuer machen Shane und Leifs “persoenlicher Betreuer” noch 15 min Krach. Dann – gegen 4.30 Uhr – ist ploetzlich Feierabend. Schon seit etwa einer Stunde wurde zusammengeraeumt.
Leifs Gasgeberin ist seit ueber 2 Stunde verschwunden und nicht erreichbar. Leif hat nun kein Bett und keine Klamotten. Peter bzw. seine Kunsthaarfreundin Lee hat noch Platz fuer ihn. Und sogar fuer mich, als Leif freundlicherweise fragt. Dafuer fahre ich uns vier auch hin. Der Haupteingang zum Parkhaus ist sogar noch offen. Es ist 4.45 Uhr. Dafuer akzeptiert der erste Automat meine Kreditkarte nicht. 27 $ fuer 3 Tage parken. Meine Klamotten stinken und es ist kalt.
Um 5.15 Uhr gibt es Pfefferminztee fuer Leif und mich. 5.30 Uhr schlafe ich mit Leif unter einer (zum Glueck ziemlich grossen) Decke im Queensbett. Wer haette das heute morgen noch gedacht.

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