29.12.05 (Tag 77)

Morgens um 4.00 Uhr hat es sich soweit abgekuehlt, dass ich mich sogar zudecken muss. 8.30 Uhr ist es noch angenehm, danach geht es wieder steil bergauf mit der Temperatur. Ich checke aus. Die Kanadier fahren erst morgen weiter nach Coffs Habour. Vielleicht sehen wir uns dort wieder. Bis 10.30 Uhr darf ich noch fruehstuecken, danach muss man eine Tagesgebuehr von 4 $ zahlen, wenn man noch bleiben will.
Max ist Gleitschirmflieger aus Stuttgart und hat ausser seinem Schirm kaum Gepaeck mitgenommen. Vielleicht kauft er naechsten Monat mein Auto, das ware guenstig. Als Probefahrt fahre ich ihn zum Startplatz auf einer Klippe oberhalb des Strandes, wo er heute den lokalen Flugverein treffen will. Da starten gerade Paraglider zum UEbungsflug. Ich weiss ja nicht, ob das was fuer mich waere. Ich lasse ihn da und fahre zur Bibliothek. Da gibt es sogar Internet. Wenn man sagt, man wolle keine eMails “machen”, ist es sogar kostenlos, sonst relativ teuer. eMail geht natuerlich trotzdem auch kostenlos… Bei BI-LO ist Sonnencreme fast ausverkauft. 1 Stunde in die Stadt und zurueck zu laufen, war aber auch fruchtlos. Gegen 13.30 Uhr fahre ich dann ohne weiter.
In Nelson Bay in der Port Stephens-Bucht gibt es bei BI-LO welches. Der winzige Kuestenort ist voll auf Tourismus eingestellt. Und es ist alles voll. Viel zu voll fuer mich. Es sind ja auch Ferien. Im Nachbarort ist ein Bungalow YHA – mitten im Busch. Mit offener Verandakueche. Ich bekomme das allerletzte freie Bett.
Am Strand von Anna Bay gibt es eine kilometerlange Sandduene, die man schon kurz hinter Newcastle sehen kann. Ich laufe erst am Strand herum und dann in die Duenen. Mittendrin fahren sie mit Cross-Motos, Quads und 4WDs incl. 4WD-Bustouren. Auf der hoechsten Duene stehen Leute neben einem Auto. Sieht nicht so weit aus, also laufe ich da mal hin. 15 min spaeter bin ich da. Die dort stehen, haben mich schon kommen sehen. Es sind die Manager vom anderen Backpacker, die mit 4 ihrer Gaeste zum Sandboarden hier sind. Da sie gerade fertig sind, darf ich mit zurueck fahren. Wir klettern hinten auf den alten Land Rover und muessen uns anschnallen. Ich merke schnell warum, denn hinten wird man schon bei geringer Geschindigkeit ziemlich herumgewirbelt. Aber in diesem alten Land Rover ist das wenigstens stilvoll. Es geht zum Strand – vorbei an einer Kamelkaravanentour -, damit die anderen sich den Sand abbaden koennen. Als 2 Haie gesichtet werden, kommen sie aber doch lieber wieder aus dem Wasser.
Die Manager graben ein paar Pipins aus. Muscheln, von denen man nur ein paar in Strandnaehe als Angelkoeder dabei haben darf. Anderenfalls oder -orts kann das bis zu 22.000 $ Strafe kosten. Wie sich die Muscheln wieder selbst einbudeln, ist lustig anzusehen. Dann gehts zurueck und sie lassen mich am Parkplatz raus.
Wenig spaeter fahre ich nach Shoral Bay ans Ende der Bucht, wo man auf einen Berg klettern kann. Der 1 km lange Weg ist zwar steil aber vollkommen flip flop enabled gepflastert bzw. mit Stahlrampen und -bruecken versehen, damit auch jeder Wochenendausfluegler hoch kommt. Irgendwie doof. Die Aussicht ist aber sehr gut. Leider ist es sehr diesig und gegen 19.30 Uhr steht auch die Sonne unguenstig.

Dafuer ist es immer noch schoen warm und man kann haufenweise riesige Baumspinnen sehen. Den Weg zu den alten Geschuetzstaenden kann man sich aber getrost sparen, weil man sowohl da als auch von da nix vernuenftig sehen kann.
Nach acht bin ich wieder im Hostel. Im Zimmer (auch schoen warm) sind noch 3 Belgier und ein Ozzie. Der Ozzie ist Computerspieleentwickler. Da ich nicht spiele, kenne ich mich da aber nicht aus. Mit seinem Powerbook koennen wir aber meine Bilder-CDs noch mal auf den iPod kopieren – zur Sicherheit. Danach gibt es den 3 Nuernbergern und mir anhand seines iTunes-Bestandes noch einen Einblick in australische Musik. Ausser Jack Johnson, Powderfinger und Diesel kannte ich aber Midnight Oil, Crowded House und Silver Chair schon.

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