31.12.05 (Tag 79)

Auch hier wird eine Tagesgebuehr faellig, wenn man zu lange bleibt. Zusaetzlich wird man um 9.50 Uhr auch noch mal eindringlich zum Verlassen der Anlage aufgefordert. Sehr freundlich. Da gehe ich dann auch lieber. Bevor ich weiterfahre, kaufe ich bei Woolworths noch mal ein. Ich versuche ein Cash out mit der Mastercard (also sozusagen mit Wechselgeld nach Wunsch), das geht aber mit der Kreditkarte nicht.
Weiter nach Norden. Die Strecke ist langweilig. Ich entscheide mich statt nach Coffs Habour ins Landesinnere nach Bellingen zu fahren. Der Ort hat laut Schild 2600 Einwohner und ich bin ruckzuck durchgefahren. Auf der anderen Seite kommt der Dorringo Regenwald Nationalpark. In gewohnt gewundener Strassenfuehrung geht es steil den Berg rauf. Da macht das Fahren dann wieder mehr Spass. Oben ist der kleine Ort auf einem Plateau. Am andern Ende ist der Dangar Wasserfall.

Ganz nett und sogar mit Wasser drin, was bei der Trockenheit nicht selbstverstaendlich ist. Man kann noch runter zum See gehen (mache ich) und baden (mache ich nicht). Der Weg ist asphaltiert und somit voll ffe (flip flop enabled). Ich setze mich bis 14.00 Uhr unter einen der Baeume, denn es ist schon wieder gut warm.
Dann fahre ich zurueck zum Rainforest Center. Es gibt eine Aussichtsplattform (21m hoch), von der aus man auf das Regenwaldtal gucken kann.
Und es gibt Wlking Tracks durch den Wald, auch asphaltiert… ffe… Ich laufe ein bisschen an den Wochenendausflugsfamilien vorbei, die etwas nerven und stehe dann allein im Wald. Bis ich fast den Truthahn (Australian Bush Turkey) ueber den Haufen renne, was diesen aber nicht stoert.
Im Schatten des Waldes ist es wenigstens nicht so warm. Der Vogelbesichtigungswalk ist mir zu voll mit Menschen und ohne sichtbare Voegel. Man hoert nur staendig den Vogel, dessen Stimme nach Kampfgeraeuschen aus Star Wars klingt. Und den, der immer Jaaaaaaaaa Jaaaaaaaaaaaa schreit. Kurz vor 16.00 Uhr kaufe ich mir am Visitor Center noch ein Eis, bevor ich zum YHA nach Bellingen fahre.
Unterwegs an einem Rastpaltz macht sich ein 1.5 m langer Leguan ueber eine Muelltonne her, bevor er wieder im Wald verschwindet.
Das Hostel ist am Ortsrand am Fluss. Im Fluss wird gebadet. Wegen des Kiesbettes finde ich es aber ungemuetlich da zu laufen. Ich bleibe dabei die Fuesse ins Wasser zu halten.

Bei Einbruch der Dunkelheit ist der Himmel ploetzlich voll mit Fledermaeusen.

Das Hostel ist einigermassen voll, mein Zimmer zum Glueck nicht. Viele sitzen auf der Veranda oder verstopfen die Kueche. Um 20.00 Uhr muss ich mir aber dann doch was kochen. Im Free Food Fach sind Dinkelspaghetti aus deutscher Produktion. Was solls. Das passt hervorragend zu der Dose Bolognesesosse. Noch bevor ich ganz aufgegessen habe, wird der grosse Tisch auf der Veranda, an dem ich sitze, von einer Frauen-BBQ-Party besetzt und vollgestellt. Ich gehen aber erst, als ich fertig bin, sonst gibt es naemlich keinen anderen Tisch. Die Madeles haben ihre Party und dazu eine Air-CD angemacht. Nachdem diese seit 10 min zuende ist, mache ich mir eine Gridlock-CD an. Das wird auch nach weiteren 10 min von der Party bemerkt und am CD-Player rumgefummelt. Ich darf die CD dann aber weiterhoeren, waehrend ich die doofen Salzchips aufesse und Cola trinke. Drinnen wird Dinner for one im Fernsehen geguckt.
Noch bevor die CD zuende ist, kommt eine andere aus der Gruppe und macht einfach die CD aus und eine ihrer CDs an. Wie nett. Nach mehrmaligen Entschuldigungen, sie haette ja nicht gewusst usw. usf., setze ich mich lieber woanders hin, bevor ich am Jahresende noch einen Anfall bekomme.
Um die Ecke kann man die Tuer in unser Zimmer zur Veranda aufmachen. So kommt wenigstens frische Luft rein und ich setze mich da hin.
Spaeter kommt das Paar aus Sydney, das auch auf meinem Zimmer liegt dazu. Er hat mit oekologischem Gemueseanbau zu tun und hat die Dinkelspaghetti ins Regal gelegt, die er von einem Alpgold-Vertreter aus Deutschland geschenkt bekommen hat. Naechtes Jahr kommt er fuer ein paar Monate nach Deutschland.
23.50 Uhr gehe ich mit den beiden in den Pub um die Ecke zu deren Bekannten. Jede Gruppe zaehlt ihren eigenen Coutndown ins neue Jahr. Irgendwann sind dann aber alle (mehr oder weniger betrunken) in 2006 angekommen. Es gbt exakt zwei Raketen, weil privates Feuerwerk an Silvester verboten ist.
Zwei Maedels aus dem Bekanntenkreis singen mir noch ein Regenbogenlied auf deutsch vor, das ich aber nicht kenne und das sie vor 15 Jahren in der Schule gelernt haben, und dann gehe ich wieder.
Vor 1.00 Uhr bin ich im Bett. Die Livemusik im Pub geht scheinbar nicht mehr so lange.

2 Responses to “31.12.05 (Tag 79)”

  1. Stephan Says:

    Danke, das wurde inzwischen auch auf diesem Längengrad planmäßig erledigt.

    Auf diesem Wege wünsche ich Dir alles Gute, Glück und Gesundheit für das neue Jahr. :-)

  2. jan Says:

    Hab gerade meinen Account wiedergefunden und will das man gleich nutzen, um mich endlich den Wünschen zum neuen Jahr anzuschließen:

    Also, alles Gutes für ’06, viel Spaß noch da unten und dass Dir hinterher die Resozialisierung in den hiesigen Alltag gelingt! ;)